Montag, 14. Dezember 2015

Können Blinde eigentlich lesen?

Am Ende der letzten Stunde kamen einige Kinder ins Grübeln, ob und wie Blinde denn überhaupt unsere liebevoll verfassten Texte lesen könnten? Diese  Fragestellung leitete unsere Stunde ein.
Nachdem wir einige Vermutungen gemacht und Ideen gesammelt hatten, schauten wir noch einmal in das "richtige" schwarze Buch der Farben. Wie hat der Autor es dort gelöst? Beim genaueren Hinsehen vielen den ersten Kindern die "Fühlpunkte" auf den Textseiten auf. Schnell wurde klar, diese müssen irgendetwas mit dem Lesen zu tun haben. Nur wie sollte das gehen? 

Ich zeigte den Kindern das Braille-Alphabet (Punktschrift für Blinde) mit Übersetzung für unsere Buchstaben. Wir schrieben ein Wort gemeinsam und dann waren die Kinder selber dran. Bei "Deine Farbe" sollten sie jeweils die Farbe auswählen, die sie in der Stunde zuvor über die anderen Sinne beschrieben haben.



Hier der Link zum Arbeitsblatt


Anschließend ging es in Gruppen weiter, die sich nach den jeweiligen Farben zusammensetzten. Die Punktschrift wurde gemeinsam kontrolliert und eine entsprechende Fühlseite geklebt. Als Fühlpunkte dienten schwarze, selbstklebende Filzgleiter. 

Hier die Vorlagen für die farbigen Fühlseiten (für 20mm große Filzgleiter)
 Als das Buch fertig war, wurde begeistert gefühlt und blind "gelesen".

Einem Kind fiel noch ein, dass beim Hustensaft auch immer solche Punkte wären, und es jetzt endlich wisse, wozu diese seien. Dies führte zu einer Sammelstelle für Medikamentenpackungen in unserer Klasse, die fleißig auf Blindenschriften untersucht wurden.

Kommentare:

  1. Vielen Dank! Ich habe das Buch schon hier liegen, aber wusste bisher noch nicht genau, wie ich es im Unterricht einsetze. Deine Ideen sind echt toll!
    Lg, Steffi

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  2. Vielen Dank! Nach genau so etwas habe ich gesucht!
    Viele Grüße,
    Steffi

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