Sonntag, 13. November 2016

Eure Ideen zum Zahlen runden!



Da es letztes Mal so gut geklappt hat, wende ich mich heute wieder mit einer Frage an euch und freue mich sehr, wenn eine kleine Diskussion entsteht.

Es geht um das Thema Zahlen runden im dritten Schuljahr:
Der Einstieg in unserem Mathebuch erfolgt ziemlich abstrakt über die kleinstmögliche und größtmögliche Summe aus einer Menge vorgegebener Zahlen. Direkt danach folgen Übungen der Art "Welche Zahl ist näher?", die sich auf die Nachbarzehner und Hunderter beziehen. Daraufhin wird das Symbol für das Runden als "ist ungefähr" eingeführt.  Die Bestimmung von NZ und NH ist bei allen Kindern bereits gesichert.

Dieses Vorgehen ist ja auch gut soweit, nur die Art der Einführung finde ich ziemlich abstrakt und realitätsfern. Warum und wann es sinnvoll ist zu runden, wird gar nicht thematisiert. Und genau hier wird die Mathematik doch erst spannend? Mir fällt dazu bisher folgendes ein:

- Gerundete Werte machen insbesondere bei großen Zahlen Sinn.
- Gerundete Zahlen machen insbesondere beim Rechnen mit Größen Sinn (Längen, Gewichte, Geld).
- Geldwerte (z.B. 1,99 €) werden häufig aufgerundet, um das Kopfrechnen zu erleichtern.
- Geldwerte fallen zur Zeit raus, da die Kommaschreibweise noch nicht besprochen ist. Höhere Geldwerte (z.B. 289€) sind schon wieder so realitätsfern. Welches Kind hat schon so viel Geld?
- Gewichte haben wir noch nicht thematisiert.
- Auch Schätzwerte (Mengen oder Größen) werden häufig gerundet.
- Gerundete Zahlen kann man sich besser merken.
- Mit gerundeten Werten kann man einfacher rechnen.
- Nicht immer ist das Runden von Zahlen sinnvoll (Paradebeispiel: Hausnummern :) )

Meine Frage an euch:
Kennt jemand eine gute Aufgabenstellung, mit der Kinder die Vorteile des Rundens möglichst selbst entdecken? Auch über ergänzende Überlegungen zum Thema freue ich mich sehr.
Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Donnerstag, 3. November 2016

Zahlzerlegung mit Halli Galli


Das Spiel "Halli Galli" kennt fast jedes Kind, die Spielregeln sind einfach (und differenzierbar), es macht richtig Spaß und fördert die Fähigkeiten zur Zahlzerlegung.
Kurz gesagt: Perfekt für meinen Unterricht :)

Die Grundregel ist folgende:
Abwechselnd wird jeweils eine Karte gelegt. Immer, wenn 5 gleiche Früchte auftauchen, muss geklingelt werden. Wer zuerst klingelt, bekommt die Karten. Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus.

Da die Kinder bei diesem Spiel schnell reagieren müssen, würde das Abzählen der beiden Mengen zu lange dauern. Sie müssen sich die Zahlzerlegung also einprägen, um schnell zu sein.

Varianten
Mein Ziel mit dem Spiel war die Festigung der zweigliedrigen Zerlegungen von 5 und 6. Deshalb habe ich immer zwei Kinder gegeneinander antreten lassen. Ein drittes Kind hat die Karten abwechselnd auf 2 Stapel verteilt und den Schiedsrichter gespielt. Ich habe die Spielregel so verändert, dass die Art der Frucht egal ist, es müssen nur immer 5 zusammen sein (es gehen z.B. auch zwei Bananen und drei Erdbeeren). So tritt der Fall 5 häufiger ein. 
Nachdem die Kinder einige Zeit gespielt haben, wurde die Regel auf "immer 6" geändert.
Als weitere Differenzierung durfte der Kartenleger später auch 3 Stapel legen (dreigliedrige Zerlegung).

Nachdem wir genug gespielt hatten, gab es noch passenden Arbeitsblätter, auf denen die Kinder mögliche Zerlegungen aufmalen sollten. Anstelle der Früchte haben sie farbliche Punkte gemalt. So wurde die Zahlzerlegung nochmals dokumentiert. Nur wenige Kinder haben dafür das Halli Galli Spiel noch zur Hilfe genommen. Die meisten konnten es schon auswendig.



 

Und noch ein kleiner Tipp zuletzt: Anstelle einer Klingel tut es auch ein Stein oder Plättchen. Eure Ohren werden es euch danken :D